Multiple Sklerose und COVID-19

Liebe Patientinnen und Patienten,

 

die aktuelle Situation mit SARS-CoV2 / COVID-19 führt zu einer allgemeinen Verunsicherung, insbesondere darüber, wie hoch das individuelle Risiko für eine Ansteckung oder einen ungünstigen Verlauf einer Infektion mit dem Coronavirus ist.

Die gute Nachricht ist, daß  nach aktuellem Kenntnisstand eine Multipler Sklerose kein erhöhtes Risiko darstellt.

Allerdings kann es, wie bei jedem fieberhaften Infekt bei MS, bei einer COVID-19 aufgrund der Erhöhung der Körpertemperatur zu einer vorübergehenden Verschlechterung bestehender oder zu einem erneuten Auftreten früherer neurologischer Beeinträchtigungen (Spastik, Empfindungsstörungen, Lähmungen/Schwäche, Unsicherheit/Gleichgewichtsstörungen usw.) kommen (s.g. Uhthoff Phänomen).

Es gibt derzeit auch keinen Hinweis dafür, daß eine bestehende Immuntherapie die Risiken einer COVID-19 Erkrankung erhöhen würde.

Nach Einschätzung der Expertengremien ist das Risiko einer Verschlechterung der MS bei Absetzen der Immuntherapeutika sicher höher als ein theroretischer Nutzen (der sich - wenn überhaupt - zudem nach Absetzen erst in mehreren Wochen einstellen würde) (siehe hierzu die Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft f. Neurologie (DGN) und des Klinischen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS)).

Sehr hilfreich und ermutigend sind auch die von Hr. PD Dr. med. M. Buttmann zusammengefassten Erfahrungen mit COVID-19 und Multipler Sklerose aus dem MS-Zentrum Ospedale Papa Giovanni XXIII in Bergamo.

 

Halte sie sich an die allgemein empfohlenen Vorsichtsmassnahmen  und kommen sie gesund
(und schubfrei) durch diese unruhige Zeit.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. H. Roick

Zentrum für

Neurologie / Psychiatrie / Neuroradiologie

 

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